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 Die Guillotine

    

Die Abendsomme tauchte den Raum in ein goldenes Licht.
Es war im Museum still geworden, nachdem die letzten Besucher vor einer Weile gegangen
waren. Doch dann wurde die Ruhe von zwei Stimmen unterbrochen, die langsam näher kamen.

"Und du arbeitest hier wirklich die ganze Nacht? Ist
das nicht ziemlich langweilig?", fragte sie.
"Wie man's nimmt.", antwortete er: "die Bezahlung
stimmt. Und zwischen den Rundgängen habe
ich Zeit zu lesen, oder fernzusehen. Außerdem macht es
mir Spaß manche Dinge ganz allein anschauen zu können."
"Hast du irgendwelche Vorlieben?" Sie klang ein wenig
gelangweilt.
"Klar. Ich mag die Antike und das frühe Mittelalter.
Außerdem gibt es ein paar Exponate, die man als normaler Besucher nie zu sehen bekommt."
"Zum Beispiel?"
"Wart's ab." Seine Stimme klang leicht belustigt.

Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht. Dann öffnete
sich die Tür einen Spalt breit."Mach die Augen zu, und versprich mir, nicht zu
blinzeln."
"OK."

Dann öffnete sich die Tür. Die beiden waren etwa Mitte
zwanzig. Die Sprecherin war um die ein Meter siebzig groß und schlank. Sie hatte lange
rotbraune Haare, die sie mit einem Band zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst hatte. In
ihrem linken Ohr konnte man einen kleinen Diamantstecker erkennen. Ihr rechtes Ohr war
dagegen mit einem halben Dutzend kleiner Ringe gepierct. Neben einer verwaschenen
blauen Jeans trug sie Sandalen und ein schwarzes T-shirt.
Er war blond, sportlich und überragte sie um einen
halben Kopf. Anstelle von Alltagskleidung trug er die halboffizielle
Ausstattung, die von einem Nachtwächter erwartet wurde.

Während er sie führte, kniff sie ihre Augen zu und
machte vorsichtige kleine Schritte, um nicht doch irgendwo anzustoßen. Ihr Begleiter
quittierte das mit einem breiten Grinsen. Der Raum war praktisch leer. Das einzige, an das sie
anstoßen könnte, stand über zehn Meter von der Tür entfernt mitten im Raum. Doch noch bevor sie
die Hälfte der Distanz geschafft hatten, fasste er sie an der Schulter, um sie
anzuhalten.

"Darf ich jetzt?"
"Ja. Mach die Augen nur auf." Die Belustigung war ihm
jetzt deutlich anzuhören.Sie öffnete die Augen und blinzelte. Für einen
Augenblick schien sie nicht zu begreifen, was sie sah. Dann schnappte sie verblüfft nach Luft.

"Ist die echt?", sagte sie und zeigte auf dieGuillotine, die mitten im Raum stand.
Er nickte. "Die ist nicht nur echt, es ist sogar eine richtige Mark 3."

Sie trat vorsichtig näher an das Blutgerüst, um es genau anzusehen. Dabei fielen ihr einige
Dinge auf. Sie hatte schon Guillotinen in Büchern gesehen. Aber diese schien anders zu sein.
Prinzipiell sah sie ähnlich aus. Es gab eine Bascule, auf der der Verurteilte
festgeschnallt wurde. Dann gab es da die Lunette, dieHalterung die dazu diente, seinen
(oder ihren) Kopf zu fixieren. Direkt darunter schien eine Art Auffangkorb angebracht zu
sein. Und schließlich war da das Mouton, das Fallbeil, das oben zwischen den beiden Pfosten
an einem Abschlussbalken befestigt war.
Doch es gab einige merkwürdige Unterschiede. Zunächst schien die ganze Konstruktion
komplett aus rosfreiem Edeldstahl zu bestehen. Die Guillotine war auf Hochglanz poliert und
strahlte. Es waren keine Teile aus Holz oder anderen natürlichen Materialien zu sehen. Es
gab nicht einmal eine Leine um das Mouton hochzuziehen. Auch einen Auslöser konnte sie nicht erkennen.
Als sie um die Guillotine herumging, fiel ihr etwas auf, was von der Tür aus nicht zu sehen
gewesen war. Links von der Guillotine schien eine Art
Laufschiene angebracht zu sein, die unter ihr durchführte und sich am anderen Ende des
Raumes wieder schloss.

Ihre Langeweile war endgültig verflogen und einer
morbiden Faszination gewichen. Noch immer etwas ngläubig schaute sie ihn an und zeigte auf die
Konstruktion."Was zum Teufel ist das?"
"Eine Guillotine." Er kicherte."Witzbold. Das sehe ich selber. Aber wo kommt sie her?
Wozu dient sie? Was soll der Anbau. Und wieso ist da kein Auslöser?"

Er hob die Hände."Langsam. Gib mir Zeit zu antworten." Er trat an die
Guillotine heran und stützte sich mit der linken Hand auf die Bascule auf: "Also, das ist
eine Mark 3. Sie ist ursprünglich mal für eine südamerikanische Diktatur entwickelt worden
Nun gehört sie offiziell zur Sammlung

Technikgeschichte. Tatsächlich wissen die Kuratoren selbst nicht so genau, was sie mit ihr
sollen; ausstellen wollen sie sie sicher nicht."
"Und was macht sie dann hier?"
"Das ist eine witzige Geschichte. So irre, dass man
sie kaum glauben kann." Er beugte sich vor. "Die ursprünglichen Besteller wollten eine
Guillotine, die zwanzig Hinrichtungen pro Stunde schafft. Und das mit so wenig Personal wie
möglich. Wohl aus Geheimhaltungsgründen. Also sind sie an eine Firma bei sich zu Hause
herangetreten und haben unaffällig eine Guillotine bestellt. Die wurde prompt geliefert, hat
aber nicht überzeugt. Daraufhin wurde eine zweite entwickelt. Diesmal unter Mithilfe der
Muttergesellschaft im Ausland. Die stellte Personal ab, das die Mark 2 im Einsatz testen
und Verbesserungsvorschläge machen sollte. Auf der Grundlage wurde dann das Endmodell
entwickelt: die Mark 3."
"Und wie kommt die dann her? Südamerika ist ziemlich weit weg, oder?"
"Sie war nie in Südamerika. Die Muttergesellschaft hat ihren Sitz hier bei uns. Und sie
haben das Ding tatsächlich hier gebaut."
"Hier bei uns?"
"Genau."
"Ist sie jemals zum Einsatz gekommen?"
"Nein. Irgendjemand hat das Projekt bei der
Staatsanwaltschaft angezeigt. Die hat die Mark 3 dann beschlagnahmen lassen. Und da die
Asservatenkammer zu klein war, hat man sie schließlich nach Prozessende dem Museum gestiftet."
Sie trat näher ran, und ließ ihre Hände über das spiegelblanke Brett gleiten.

"Wie funktioniert sie?"
"Zeig ich dir", er trat um die Guillotine herum und begann die einzelnen Teile zu
erläutern: "wie dir schon aufgefallen sein dürfte, sieht die Mark 3 anders aus, als die
Guillotinen, die man aus den Geschichtsbüchern kennt.Das hängt damit zusammen, dass man
die Hinrichtung weitgehend automatisieren wollte. Bei der klassischen französischen
Guillotine wird der Verurteilte von Hand auf ein senkrecht stehendes Brett geschnallt. Dann
klappt man ihn nach vorne, schließt die Lunette und löst das Mouton. Das ganze dauert
vielleicht eine Minute.
Danach hat man ein Problem. Man muss das Mouton wieder hochziehen, das Halteseil
verriegeln, den Körper abschnallen, den Kopf entsorgen und eventuell das Brett säubern,
bevor die nächste Hinrichtung stattfinden kann.
Außerdem ist das ganze eine ziemliche Schweinerei.
Die Mark 3 trennt die Hinrichtung in drei Phasen.
Zunächst wird der Delinquent vorbereitet und in Position gebracht, dann enthauptet und
schließlich entsorgt. Das alles mit minimalem Aufwand an Zeit und Personal.", er pausierte bevor er
weitersprach: "Willst Du sehen wie das abläuft?"

Sie schluckte einmal, dann nickte sie.

"Gut, komm mal mit." Er führte sie ans Ende der Laufschiene. Dort befand sich eine weitere
Bascule in senkrechter Stellung.
"Eigentlich befinden wir uns jetzt im Nebenraum. Hier werden die Delinquenten aufs Brett
geschnallt, ohne zu sehen, wohin die Reise geht." Er wies auf das besagte Brett: "wie Du
siehst ist es ausziehbar. Der Delinquent tritt vor die Bascule. Seine Arme und Beine werden
an den Knöcheln mit metallenen Schnallen fixiert. Dann wird die Platte nach vorne geklappt.
Dabei wird der Körper vorgeschoben, bis die Schultern an die Lunette stoßen. Als letztes
rasten die Plattenteile fest ein. Das ganze dauert vielleicht zehn Sekunden."
Sie strich sich ein paar Haare aus dem Gesicht. Ihr Atem war unmerklich schneller geworden
während er doziert hatte.
"Und weiter?"
"Als nächstes wird die Bascule über die Schiene zur Guillotine transportiert. Sie stoppt
etwa fünfzig Zentimeter hinter ihrer eigentlichen Endposition; dann fährt sie automatisch
nach vorne. Das Manöver ist nötig, damit die Platte zwischen die Trägerposten passt.
Ansonsten könnte man den Nacken nicht unter das Mouton bringen.Die eigentliche Hinrichtung läuft ebenfalls
automatisch ab. Sobald die Platte ihre Endposition erreicht hat, verriegeln sich die beiden
Teile der Lunette. Das Oberteil fährt dazu ein Stück nach unten. Der Kopf ist damit fest
fixiert.Sobald die Lunette sitzt, beginnt ein internerCountdown von zehn Sekunden. Dann wird das
Mouton ausgeklinkt. Das war's.Was man hier nicht sehen kann, ist die Entsorgung.
Dazu müsste man den Originalstandort nachbauen. "

Sie besah sich die ganze Anlage genauer. Dann drehte
sie sich um und schaute ihm in die Augen. "Also wenn schon, denn schon. Du hast mir
bisher alles erzählt, da kannst du auch gleich noch mit dem Rest rausrücken."
"Na gut. Das fängt damit an, dass am geplanten Einsatzort der Boden unter der Guillotine
kein Beton war, sondern aus Drahtgitter bestand. Unter der Mark 3 war ein mit ständig
gefiltertem Wasser gefülltes Becken vorgesehen, das das Blut und andere Flüssigkeiten aufnehmen sollte.
Als nächstes gab es keinen Korb. Der Kopf wäre auf eine Rutsche gefallen, die zu einem
Laufband in der Etage unter der Guillotine geführt hätte. Schließlich wäre die Bascule nach der Hinrichtung etwa
drei Meter nach vorne gefahren und um neunzig Grad gekippt worden. Dabei hätten sich die
Metallscharniere gelöst. Der Körper wäre über eine schiefe Ebene auf das selbe Förderband
gerutscht wie der Kopf. Von dort wären beide in eine Brennkammer transportiert worden."
Er verfiel wieder ins Präsenz: "Währenddessen wird das Mouton mit Pressluft nach oben
transportiert. Die leere Bascule läuft über die Rückführschiene, wird in einer Kammer
gereinigt und kommt im Vorbereitungsraum wieder an."Ihr lief es kalt über den Rücken.

"Ist sie einsatzbereit?""Prinzipiell schon. Wie Du siehst, sind sowohl die
Mark 3, wie die Laufschiene komplett installiert. Man müsste nur die Sicherungsbolzen
entfernen, den Strom einschalten, und mit der Fernsteuerung ein Programm auswählen." Er nahm
einen kleinen Gegenstand vom Tisch.

"Hier, das ist das Steuermodul."
Sie nahm es entgegen und las ab: "Automatik,Einzelmodus, gezielte Auslösung. Was soll das heißen?"
"Automatik ist der vorgesehene Standard. Der Grund, warum man die Mark 3 entwickelt hat.
Im Automatikmodus man beliebig viele Delinquenten töten. Sobald man jemand auf der Bascule
fixiert hat, läuft der Rest von selbst. Einzelmodus ist im Prinzip dasselbe. Nur dass man
diesmal nur eine Hinrichtung vornehmen will. Sobald die vorbei ist, schaltet die Mark 3
wieder auf stand by.Gezielte Auslösung dient dazu, die einzelnen Phasen
einzeln zu durchlaufen. Mit dem ersten Knopfdruck wird der Delinquent auf der Bascule
fixiert. Mit dem zweiten fährt die Bascule hinter die Guillotine. Mit dem dritten fährt die
Bascule vor und der Kopf des Delinquent wird mit der Lunette unter dem Mouton fixiert. Mit dem
vierten Knopfdruck - ich denke Du weißt, was dann passiert, oder?"

Sie kicherte nervös.

"Ich kann's mir denken." Sie betrachtete die Steuereinheit. "Aber derzeit ist sie harmlos, richtig?"

"Richtig. Ich müsste zuerst die Sicherungsbolzen rausnehmen und den Strom einschalten." Er
wies auf die senkrecht stehende Bascule. "Willst Du mal?"

"Spinnst Du? Denkst Du ernsthaft ich hätte Lust, mich köpfen zu lassen?"

Während sie ihn anfunkelte schoss ihr ein verrückter Gedanke durch den Kopf. Sie entschied sich, ihn zu ignorieren.

"Sicher nicht", antwortete er. "ich dachte nur, vielleicht hättest du Lust, Dich festschnallen zu lassen und über die Schiene
transportiert zu werden. Im Modus Einzelauslösung, so dass das Mouton nicht automatisch fällt. Außerdem würde ich die
Sicherungsbolzen drinlassen."

Sie betrachtete abwechselnd ihn und die Guillotine. Dann atmete sie einmal tief aus.
"Ok. Ich tu's." Sie klang so verblüfft, wie sie sich selbst fühlte.
Er lächelte sie an und reichte ihr seine Hand. "Also Fräulein, kommen sie mit."
Sie ließ sich widerstandslos hinter die senkrecht stehende Bascule führen. Ihr war etwas
mulmig in den Knochen; ihre Beine schienen dennoch wie von selbst zu laufen.

"Was muss ich jetzt tun?" Ihre Stimme klang leicht belegt. "Erst mal gar nichts. Bevor es los geht, muss ich sie
einschalten."

Er ging zurück zur Guillotine. Als erstes nahm er den Korb weg, der auf der Laufschiene gestanden hatte. Dann kam er zurück und trat an ein
Pult, das über ein Kabel mit der Laufschiene verbunden war. Er legte mehrere Schalter
um und warf einen längeren Blick auf eine Anzeige. Offensichtlich zufriedengestellt stellte
er sich neben sie."Bereit?
"Bereit."

Noch bevor sie fragen konnte, was jetzt kommen würde,trat er hinter sie. Er fasste ihre

Handgelenke und schob sie nach vorne. Sie machte einen halben Schritt um nicht zu fallen und ihr Oberkörper stieß gegen die Bascule. Sie hörte
etwas klicken, dann spürte sie einen leichten Druck auf ihrer Taille. Ein flexibles Stahlband hatte ihre Körpermitte fixiert.

Dann schob er ihre Beine auseinander, bis sie ihre Knöchel an eine Kante anstießen. Es klickte erneute, als ihre Fußgelenke durch zwei
weitere Stahlbänder festgeschnallt wurden. Sie war jetzt weitgehend bewegungsunfähig. In Panik geratend versuchte sie ihre Hände zu
befreien, doch ohne Erfolg. Genüßlich und betont langsam brachte er ihre schlanken Arme nacheinander in Position. Es klickte erneut - und sie
war endgültig mit der Bascule verbunden.

Er trat neben sie. Sie drehte den Kopf und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. Er reagierte, indem er die Fernsteuerung nahm und einen
Knopf drückte. Sie spürte, wie die Bascule kippte. Gleichzeitig wurde sie nach vorne geschoben. Die Automatik funktionierte genaue wie er es ihr erklärt
hatte; ihr Halsansatz kam im Unterteil der Lunette zum ruhen. Nun war sie in der Waagerechten.

"Alles in Ordnung?"
"Ja." Ihre Antwort kam leicht gepresst.
"Willst du weitermachen?"
"Sicher.", erwiderte sie, obgleich sie sich alles andere als sicher fühlte.
"Also gut."

Er machte einen Schritt zurück, um aus dem Weg zu sein. Dann drückte er erneut auf den Knopf.
Das Transportband erwachte zum Leben. Zuerst setzte sich die alte Bascule in Fahrt. Sobald sie Platz gemacht hatte, begann sich die frisch
bestückte Bascule in Bewegung. Sie glitt ohne zu ruckeln seitwärts über die Schiene. Am Ende der Bahn stoppte sie kurz, und fuhr dann vorwärts.
Währenddessen durchfluteten ihre Passagierin reichlich gemischte Gefühle. Einerseits sah sie mit Grauen die beiden Pfosten näherkommen, die
dazu dienten, das Fallbeil zu führen.

Andererseits fühlte sie sich mehr und mehr erregt. Sie spürte, wie es ihr zwischen den Beinen feucht wurde.
Dann erreichte die Bascule ihr Ziel. Das Oberteil der Lunette rastete ein. Sie war in Position.

Er schaltete die Guillotine mit der Fernsteuerung ab und trat vor sie hin.
"So, das war's. Endstation. Alles aussteigen." Er beugte sich vor, um die Lunette zu entriegeln und sie zu befreien.
"Stopp!", sie schrief fast, und er hielt verblüfft inne .
"Stopp?"
"Stopp!", wiederholte sie. "Hör damit auf und küss mich!"
"Er sah sie verblüfft an.
"Küss mich, verdammt!", wiederholte sie.
Er kniete ab, drehte seinen Kopf und berührte ihren Mund mit seinem Mund. Sofort öffnete sie ihre Lippen.
Die Intensität ihrer Reaktion überraschte ihn. Er hatte einen zarten Kuss erwartet. Eine Art Dankeschön dafür, dass er ihr Vertrauen nicht
mißbraucht hatte. Stattdessen schien sie sich in einen Tiger verwandelt zu haben. Sie küsste ihn wild und gierig.

Schließlich löste er seine Lippen von ihrem Mund. Als er sie ansah, war ihr Gesicht leicht gerötet; die Pupillen ihrer Augen schienen vergrößert.

"Das scheint Dir gefallen zu haben.", er klang richtig überrascht. Dann beugte er sich vor und befreite ihren Kopf aus der Lunette. Auf
Knopfdruck lösten sich die Stahlbänder. Sie setzte sich auf und ließ die Beine von der Bascule baumeln.
"Was hast Du erwartet?"
"Ich weiß nicht. Ich hatte nicht erwartet, dass Du überhaupt mitmachst. Ich hatte schon Bedenken, Du könntest durchdrehen, wenn Du die Mark 3
zu Gesicht bekommst."
Sie wirkte nachdenklich. Ihre rechte Hand strich einen der Pfosten entlang.
"Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich so reagieren
würde." Sie lächelte. "Das war jetzt völlig ungefährlich, oder."
"Ja. Die Sicherungsstifte sind noch drin. Ohne die wäre das Mouton keine dreißig Zentimeter gefallen. Außerdem hätte ich zusätzlich den Auslöser
drücken müssen."
Sie sah zum Fallbeil auf. Ihr Blick ruhte ziemlich lange auf der Klinge. Dann blickte sie wieder ihn an.

"Hast Du Lust auf eine verrückte Idee?", ihre Stimme klang jetzt richtig abenteuerlustig; fast schon ein wenig nach Vorfreude.
"Kommt drauf an. Was hast Du vor?" So wie sie eben reagiert hatte, wurde ihm die Situation langsam unheimlich.
"Vertrau mir." Sie zog ihr liebstes Kleinemädchengesicht. Das zog bei Männern immer.

"Vertrau mir einfach. Sorg nur dafür, dass meine rechte Hand beweglich bleibt und gib mir dann die Fernsteuerung."
Er begann sich zu fragen, auf was er sich einlassen würde.
"Und dann?"
Sie ging darauf nicht ein.
"Bitte, sag ja! Und entferne die Sicherungsbolzen."
Sie lächelte ihn so verführerisch an, wie sie konnte. Er gab auf.
"OK. Rück mal ein Stück."
Sie rutschte ein paar Zentimeter nach rechts und er
kletterte neben ihr auf die Bascule.

Dann fuhr er mit beiden Händen die Führungspfosten
nach oben, bis er jeweils die Bolzen spürte. Vorsichtig zog er sie heraus und steckte sie in die Tasche. Dann sprang er auf den Boden.
"Und jetzt?"
"Jetzt komm mit."
Sie griff nach seiner Hand. Mit sanftem Zug führte sie ihn nach hinten zur Kontrollstation, wo die ursprünglich in der Guillotine befindliche
Bascule wieder angekommen war.
"Was hast Du vor?", fragte er nochmals. Sie reagierte nicht. Statdessen ließ sie seine Hand los. Sie beugte sich vor, schnürte ihre Sandalen auf,
und schüttelte sie ab . Dann öffnete sie den Gürtel ihrer Jeans. Sie ließ die Hosen zu Boden gleiten und trat einen Schritt zurück. Als nächstes zog sie das T-shirt aus und ließ es neben ihre Jeans auf den Boden fallen. Nun war sie nackt bis auf ihr Höschen. Sie schaute ihn an und lächelte ein wenig nervös.
Es war das erste mal, dass er sie nackt zu sehen bekam. Schon deswegen war ihm nicht klar, wie er reagieren sollte. Aber die Tatsache, dass sie
offensichtlioch vorhatte, in diesem Zustand das Blutgerüst zu besteigen verwirrte ihn endgültig. Also entschloss er sich abzuwarten. Außerdem nutzte er die Chance, sie genauer zu betrachten. In Jeans und T-Shirt hatte sie eher unscheinbar gewirkt. Ein wenig als ob sie sich aus dem Kleiderschrank ihres größen Bruders bedient hätte. Nun erkannte er, wie schön sie wirlkich war. Sie hatte lange, schlanke, Beine, einen flachen Bauch und zwei kleine aber straffe und wohlgerundete Brüste. Zu seiner Verblüffung sah er, dass sie Ihre Brustwarzen gepierct hatte. Sie waren beide mit einem kleinen silbernen Ring durchstochen, ähnlich den Ringen, die sie im rechten Ohr trug.Sie wartete einen Moment ab, bevor sie eine widerspenstige Strähne aus ihrem Gesicht strich. Dann straffte sie sich und atmete einmal tief
aus. Das Höschen landete auf dem kleinen Kleiderstapel, der sich neben dem Kontrollpult gebildet hatte.
Dann trat sie an die senkrecht stehende Bascule heran.
"Schalt sie ein. Und dann bring mich in Position. Aber sorg dafür, dass meine rechte Hand sich bewegen kann."

Er schluckte. Sein Hals war trocken. Als er die Fernsteuerung aufhob, sah er dass seine rechte Hand zitterte.
"OK."
Es klickte. Mite einem leichten Summen erwachten die Elektromotoren in der Bascule zum Leben.
"Dann los!"
Er trat hinter sie. Als sein Blick auf ihren nackten Rücken fiel, bemerkte er überrascht ein Tribal auf ihrer rechten Schulterplatte. Er
zögerte nur den Bruchteil einer Sekunde.

Dann stieß er sie einen Schritt nach vorne. Der Rest lief wie beim ersten Mal. Ihre Hüfte wurde fixiert, dann die Beine und zuletzt die Arme.
Sobald die Stahlbänder eingerastet waren, öffnete er den Verschluss an ihrer rechten Hand wieder und lockerte das Band ein kleines Stück. Ihr Arm war nach wie vor fixiert. Aber nun hatte er ein wenig Spiel. Er atmete nochmals tief durch. Dann legte er die Fernsteuerung in ihre Hand.
Sie drückte den Startknopf, und die Bascule klappte nach vorne und in die Vertikale. Ihr Hals ruhte nun auf der Unerseite der Lunette.
Er trat vor sie hin und schaute sie an. Sie blickte hoch und grinste ihn an.
"Wow. Der Stahl fühlt sich irre auf der nackten Haut an."
Da er nicht wusste, was er darauf sagen sollte, nickte er nur. Sie reagierte, indem sie erneut auf den Knopf drückte.. Die Bascule setzte sich
in Bewegung. Ein Gefühl unglaublicher Erregung durchströmte sie. Sie spürte, dass sie feucht wurde.

Während sie das Band entlang glitt, ging er vor. Er blickte hoch und betrachtete das Mouton, das von der Abendsonne rot gefärbt wurde. Ein
Schauer lief seinen Rücken herab. Als er den Blick senkte, erkannte er, dass sie die Guillotine eben erreicht hatte. Die Bascule kam zwischen den beiden Pfosten zu stehen. Die obere Hälfte der Lunette fuhr nach unten und rastete ein.Sie war in Position.

Eine Minute verging. Dann hatte sie sich so weit gefasst, dass sie wieder sprechen konnte.

"Komm her. Tritt vor die Lunette!" Sie erkannte ihre Stimme fast nicht wieder. "Willst Du mich?"
"Wie bitte?", antwortete er ungläubig.
"Willst Du mit mir schlafen? Ja oder nein?"
Er schluckte.
"Ja. Ich denke schon."
"Gut. Dann tu, was ich Dir sage. Verstanden?"
"Verstanden."
Sie atmete einmal tief durch. Dann hob sie ihren Kopf und sah ihn an.
"Öffne Deine Hose. Und dann..."
Er hatte verstanden. Vorsichtig löste er die Schnalle seines Ledergürtels. Die Hose glitt zu Boden. Dann streifte er seine Shorts ab.


Sie lächelte ihn erwartungsvoll an. Er machte einen Schritt nach vorne. Sein Glied begann steif zu werden. Er legte seine rechte Hand an, und
masturbierte kurz. Als er mit dem Ergebnis zufireden war, hielt er es vor ihr Gesicht. Sie öffnete die Lippen. Mit ihrer Zungesptze fuhr sie über die Spitze. Er stöhnte
leicht, als ihn ein süßer Schauer der Erregung durchzuckte.Als er ihre Lippen spürte, ließ er los. Stattdessen trat er noch näher und umfasste die Pfosten von außen.

Sie umspielte die Spitze seines Gliedes mit ihrer Zunge. Dann öffnete sie ihre Lippen. Er bewegte sich etwas vor und glitt zwischen ihre Lippen.
Sie begann zu saugen. Während er sich rythmisch vor und zurück bewegte speichelte sie seinen Schaft ein, so dass er zu glänzen begann. Sie grinste und ließ etwas Luft zwischen ihre Lippen, so dass es zu einem schmatzenden Geräusch kam. Er stöhnte stärker.
Zufrieden mit ihren Bemühungen presste sie ihre Lippen fest um seinem Schaft zusammen. Er bewegte sich immer schneller. Gleichzeitig begann sie mit ihrer Zunge immer stärker an seinem immer härter werdenden Glied zu lutschen. Die Wirkung war durschlagend: seine Erektion lief rot an und wurde fast schmerzhaft. Er bemerkte, wie sich sein Hodensack zusammenzuziehen begann.

"Vorsicht! ich komme gleich!", rief er aus und wollte sich zurück ziehen. Sie quittierte das mit einem zornigen Grunzen und verstärkte ihre
Anstrengungen.

Dann spürte er er den kommenden Orgasmus. Er stieß sein Glied ein letztes Mal tief in ihren Mund. Sie verstand und begann noch heftiger zu
saugen, während ihre Zunge in atemberaubender Geschwindigkeit in ihrem Mund tanzte.

Sein Samen schoss in schnellen Strahlen. Sie saugte weiter und begann zu schlucken. Sein Orgasmus war so heftig, dass sie Schwierigkeiten bekam
alles hinunterzukriegen. Dann durchzuckte es sie selber. Sie war bereits feucht geworden, als sie sich auf die Bascule begeben hatte. Aber die Intensität der
Situation brachte sie über die Klippe. Sie stöhnte als sie die Wellen eines gewaltigen Orgasmusses durchzuckten.

Dann klickte es. Auf ihrem Höhepunkt hatte sie den Schalter gedrückt. Der Warnsummer ging an. Während sie noch schluckte, begriff sie, was sie
getan hatte. Sie hatte die letzte Sequenz ausgelöst. Noch zehn Sekunden und das Mouton würde fallen und ihren Nacken durchtrennen. Ein kurzer Schlag und alles wäre vorbei.
Der zweite Orgasmus traf sie genauso unvermittelt, wie heftig. Während sie damit rang wieder einen klaren Gedanken zu fassen,
verselbständigte sich ihr Körper. Sie saugte weiter an seinem Glied, während ihre Zunge damit anfing, es zu säubern. Ihre rechte Hand ließ die Fernsteuerung los. Sie versuchte verzweifelt, ihre Scham zu erreichen solange sie noch konnte, aber die Fesslung hinderte sie daran. Die Mischung aus Erregung und Frust verstärkte die Intensität ihres Höhepunkts ins unerträgliche. Sie drückte gegen mit voller Kraft gegen die Fesseln und stöhnte laut auf. Dann verstummte der Warnsummer. Sie hörte gerade noch, wie die Hydraulik der Rückholautomatik ansprang, als es klickte. Das Mouton löste aus.
Es sauste so schnell herab, dass man es kaum erkennen konnte. Nach gerade einer Zehntel Sekunde hatte es sein Ziel erreicht. Es tat einen
heftigen Schlag. Dann stoppte es. Die Mark III hatte perfekt gearbeitet.

Er trat einen Schritt zurück und betrachtete ihren Körper. Dann grinste er breit. Er hatte geahnt, dass sie das Mouton auslösen würde. Sie hatte den Schlag noch gespürt. Dann war es dunkel geworden. Jetzt hatte sie das Gefühl, ihr Bewußtsein kehre zurück. Das wunderte sie, da ihr klar war, was passiert sein musste.
Als sie die Aufgen öffnete, sah sie als erstes ihn.Und sein Grinsen. Sie grinste zurück. Und wunderte sich noch mehr, da ihre Gesichtsmuskeln
noch zu arbeiten schienen.
Sie blickte sich um. Und erkannte, dass sie nicht als abgetrennter Kopf auf dem Boden lag.

Stattdessen steckte sie immer noch in der Mark III.
",Was ist passiert?" fragte sie. "warum lebe ich noch?" Sie dachte einen Moment nach. "Ich lebe doch noch oder?"
"Ja", er klang amüsiert: "Du lebst noch. Und daran wird sich auch nichts ändern!"
"Warum?" Ihre Stimme klang mehr neugierig, als entsetzt, wie es nach diesem Erlebnis zu erwarten gewesen wäre.
"Die Sicherungsbolzen." Er lachte. "Es gibt zwei paar Paar Bolzen. Ich habe nur das obere entfernt. Das Mouton ist direkt über Deinem Nacken
zum Stehen gekommen."
"Mistkerl!" Sie war einen Moment richtig ärgerlich, bis sie begriff, was er getan hatte.

Und vor allem, was sie selbst getan hatte.
"Entschuldige!°"
"Kein Problem."
Er begann sich anzuziehen.
"Lässt Du mich bitte wieder raus?"
"Moment, bitte."
Er knöpfte die Hose zu, steckte das Hemd hinein und machte die Schuhe zu. Dann nahm er die Fernsteuerung. Mit einem weiteren Knopfdruck wurde das
Mouton wieder nach oben befördert.

Er wartete, bis es eingerastet war. Dann nahm er die zwei Bolzen aus der Tasche und steckte sie in die obere Sperre. Nachdem er sicher war, dass
sie festsaßen, wandet er sich wieder ihr zu.Sie sah ausgesprochen süß aus. Ihr Gesicht war noch gerötet. Um die Mundwinkel und in ihrem Haar konnte er Spuren seines Spermas erkennen. Weiter hinten wurden ihre Pobacken durch die metallische Rückenfessel betont. Er fuhr mit seinen Hand über ihren Rücken. Dann gab er ihr einen kleinen Klaps auf den Hintern. Er bedauerte fast, dass er sie rauslassen musste.
"Bis Du soweit?"
Sie nickte heftig.
"Gut."
Er nahm einen Schlüssel und steckte ihn in die Bascule. Die Fesseln entriegelten. Dann schob er die Oberseite der Lunette hoch. Fünf Sekunden später war sie frei. Sie setzte sich auf und ließ erneut die Beine baumeln.
"Was ein Trip!", meinte sie noch etwas atemlos.
"Kann man wohl sagen!", stimmte er ihr zu.

Sie glitt noch etwas wackelig von der Bascule. Dann ging sie zurück und begann sich anzuziehen. Währenddessen fing er an aufzuräumen und
den Raum in Originalzustand zu versetzten.Beide wurden etwa gleichzeitig fertig. Er blickte sich nochmals um Dann sah er sie lange an.
"Das mag eine seltsame Frage sein. Aber hast Du Lust mit mir auszugehen, sobald meine Schicht vorbei ist?"
"Klar!" Sie strahlte richtig. "Sag mir einfach wieviel Uhr und ich hole Dich hier ab."

Während sie den Raum verließen, begannen sie die Details zu vereinbaren. Ihre Stimmen wurden leiser. und während die Sonne unterging und der
Raum dunkel wurde, erinnerte nichts mehr an das, was eben beinahe dort geschehen war.
                   
                   
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